Waldviertel Blog - Themen des Waldviertels


11. April 2009

Interview mit Jürgen Prazak

Category: Interview – wvblogger – 11:28

Jürgen Prazak
Jürgen Prazak

1. Bitte stellen Sie sich kurz vor, und beschreiben Sie Ihren Bezug zum Waldviertel.

Ich bin am 29.08.83 im Zwettl geboren und in einer kleinen Ortschaft nahe Gmünd aufgewachsen. Bis auf wenige Monate war mein Lebensmittelpunkt immer das nördliche Waldviertel. Gemeinsam mit meiner Freundin wohne ich in der Nähe von Gmünd und arbeite als Webdesigner und Programmierer. Ich bin zuerst Waldviertler und dann Österreicher.

2. Das Waldviertel hat in den letzten Jahren viel erreicht, worauf können die Waldviertler besonders stolz sein?

Auf vieles. Viele Projekte kommen von Unternehmern, Vereinen und privaten Personen. Einige Unternehmen sind mit ihren Produkten und Dienstleistungen sehr erfolgreich und vor allem innovativ unterwegs. Im Tourismus geht es stark bergauf. Das Waldviertel ist eine der stärksten Marken im österreichischen Tourismus. Und selbst von politischer Seite kommen seit langem die ersten Taten (vor allem Straßenbau).
Ich sehe keinen Grund, warum man nicht die Frage nach seiner Herkunft ganz stolz mit „aus dem Waldviertel“ beantworten sollte.

3. In manchen Bereichen hinkt das Waldviertel noch hinterher, wo sollte Ihrer Meinung nach mehr getan werden?

Es ist zwar die Standard-Antwort, aber trotzdem wahr: Bei der Infrastruktur. Hier beziehe ich mich jedoch weniger auf den Verkehr (wo sich einiges tut), sondern vielmehr auf Freizeitmöglichkeiten und vor allem auf die für viele Unternehmen enorm wichtige Internetanbindung. Hier hinkt beispielsweise Gmünd weit hinterher. Manch kleine Gemeinde ist bei weit weniger Datenaufkommen weit besser angebunden. Außerdem sollte verstärkt über eine HTL nachgedacht werden. Trotz vieler technischer Betriebe gibt es lediglich halbherzige IT-Zweige in den HAKs. Das ist zu wenig.

4. Wo sehen Sie die Zukunft des Waldviertels in den Bereichen Wirtschaft, Tourismus und Landwirtschaft?

Das Waldviertel wird diese Krise gut überstehen. Allerdings denke ich nicht, dass das Waldviertel generell eine Industrie-Region sein wird oder überhaupt sein kann. Viele kleinere und mittlere Unternehmen auf guten Beinen reichen vollkommen. Hauptsächlich deshalb, weil wir uns stärker als jemals zuvor zu einer Tourismusregion entwickeln und auch deshalb unsere Landschaft und Umwelt noch besser schützen müssen. Sie ist gemeinsam mit unserer Arbeitskraft unser größtes Kapital.

5. Nennen Sie 5 Begriffe, die für Sie das Waldviertel am besten charakterisieren.

bodenständig, gastfreundlich, fleißig, stur, wunderschön

Besten Dank für die Teilnahme an diesem E-Mail-Interview!

Auch Ihre Meinung zum Thema Waldviertel ist gefragt, nähere Informationen finden Sie auf der Interview-Seite.

1. Februar 2009

Aus für die Waldviertel-HTL?

Category: Politik – wvblogger – 19:00

Vor der Landtagswahl im letzten Jahr haben sich die Parteien noch mit Versprechungen für einen neuen HTL-Standort im Waldviertel übertroffen, sogar eine eigene HTL-Klasse wurde noch zeitgerecht vor der Wahl an der HAK in Zwettl eingerichtet. Jetzt, ein Jahr später, ist es verdächtig still geworden um dieses Thema.

© Manfred Jahreis / PIXELIO

Einer Autobahn für das Waldviertel wurde ja bereits eine Absage erteilt, kommt als nächstes auch das endgültige Aus für die Waldviertel-HTL? Wäre logisch, denn eine höhere technische Schule an einem Standort ohne schneller Verkehrsanbindung ist wenig sinnvoll.

Die nächsten Landtagswahlen sind zwar erst in 4 Jahren, aber vielleicht bekommen wir ja dann eine zweite HTL-Klasse und ein paar Güterwege mehr …